Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

Miniauszeit in Bad Bevensen

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Der letzte Urlaub war schön, allerdings auch recht arbeitsreich. So bin ich im Herbst doch etwas erholungsbedürftig und nehme eine Woche frei. Fünf Tage (An- und Abreise eingerechnet) verbringe ich in Bad Bevensen, und will dort endlich! wieder wandern, lesen, diesen Blog schreiben, im Wellnessbereich entspannen – kurz, es mir gut gehen lassen.

Dieses Mal fahre ich mit meinem Auto, das mittlerweile über 29 Jahre alt ist, und nutze für die Anreise nur Landstraßen. Am Montagmittag, 11.10.21 treffe ich am Ortsrand ein, und bevor ich mich im Hotel einchecke, gehe ich auf die erste kleine Tour mit etwa 6,5km durch Wald, an der Ilmenau entlang und durch Feld und Wald wieder zurück. Das Wetter ist aprilartig gemischt: Es ist zunächst bedeckt, dann sonnig, dann kommt plötzlich seltsamer Wind auf, dann regnet es, während sich der Wind wieder legt, dann scheint wieder kurz die Sonne, bis es sich erneut zuzieht. Aber ich genieße dennoch sehr, und ich merke, dass mir die Bewegung und die Natur sehr gefehlt haben. Der Wald hier ist sicher zu anderen Zeiten hoch frequentiert, es gibt ausgewiesene Nordic-Walking-Strecken, einen Trimm-Dich-Pfad und sogar an diesem Montagnachmittag Mitte Oktober bin ich nicht überall allein. 

Nach der ersten ruhigen Nacht folgt die zweite kleine Tour, dieses Mal durch die kleine Heidefläche südlich von Bad Bevensen, und anschließend durch Wald bis zum Elbe-Seitenkanal. Ich habe das Auto am Ende eines Feldwegs geparkt, und beim Aussteigen nette Gesellschaft von einem kleinen Rauhaardackel, der wohl zu einem der nahe liegenden Höfe gehört, aber einfach auf sich gestellt herumstromert. Heute ist das Wetter sehr windig, mit für den Oktober richtigen, also recht kühlen Temperaturen – aber die Sonne scheint, und sie hat trotz des recht niedrigen Stands immer noch ganz ordentlich Kraft. Mir gefällt die kleine, abwechslungsreiche Tour, die eher ein überschaubarer Spaziergang ist. Im Wald hinter dem Deich zum Elbeseitenkanal fühle ich mich besonders wohl, es ist schöner, ruhiger Kiefernmischwald, den ich ganz für mich habe. Hier bedaure ich es doch, die Hängematte nicht mitgenommen zu haben – aber was soll’s, so habe ich Gewicht gespart.

Am nächsten Tag, Mittwoch 13.10.21  hat es sich deutlich zugezogen. Dennoch wandere ich los, und bin froh darüber, denn auch diese Tour ist wirklich hübsch und entspannt zu gehen. Nur Pausemachen ist wegen der Temperaturen an der Handschuhgrenze nicht so lange möglich. Dieses Mal bin ich auf der anderen Seite des Kanals in Richtung Secklendorf unterwegs, und hier ist es deutlich einsamer als auf der Bad Bevensener Seite.  Hier merke ich wieder, wie mir die Bewegung draußen gefehlt hat, der Körper freut sich über die moderate Anstrengung, die wunderbare Luft im Wald, die Ruhe und die Seele freut sich, dass ich genau das tue, wofür ich hergekommen bin und darüber, dass niemand etwas von mir will und ich hier ohne Sorgen und Belastung einfach mache, was mir guttut. Anders als geplant buche ich auch keinerlei Wellnessbehandlungen, ich lasse einfach die Natur machen – das ist wahrhaft zumindest für mich luxuriöse Wellness und Erholung. 

Dabei fällt mir ein, wenn ich jetzt die Bilder sehe: Ich habe draußen ständig meine braune Lodenjacke angehabt und bin wirklich begeistert von dem tollen Klima darin. Sie wirkt sehr temperaturausgleichend, und hält auch Nieselregen eine ganze Weile stand, denn Wolle kann eine Menge Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Für mich ist die Jacke für Tagestouren in der Übergangszeit ideal, bei mehrtägigen Touren muss man bedenken, dass Lodenjacken – wenn sie zu warm sind – im Rucksack ganz schön Platz beanspruchen und auch nicht ultralight sind. Aber wenn ich die Jacke am Körper trage, ziehe ich ihr Loden jedem anderen High-Tech-Material vor.

Am Donnerstag ist das Wetter mittlerweile scheußlich geworden, und da ich mich 3 Tage draußen bewegt habe, komme ich auch damit klar, drinnen am Rechner zu sitzen und mit dem Bau der homepage für das Ferienhaus zu beginnen, zu lesen und auch diesen Blog zu schreiben, bevor ich gestern wieder nachhause zurückgekommen bin. So etwas darf es gern öfter geben…

 

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