Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

21. und 22.06.18

Am Donnerstag, 21.06.18 – Mittsommer, Sonnenwende – ist es plötzlich 10°C kühler, es regnet zeitweise, und es weht ein kalter, bisweilen stürmischer Wind. Ich gebe mir wanderfrei, wasche Wäsche, erledige E-Mails, schreibe diesen Blog und kaufe die Fahrkarte für die Fahrt nach Bad Schandau am Sonnabend. Die Bestandsaufnahme in Kühl- und Vorratsschrank zeigt, dass ich zwar nicht optimal, aber doch einigermaßen gut den Verbrauch von Lebensmitteln und Badartikeln geplant habe; ein bisschen mehr Gewicht werde ich dennoch haben. Ich hoffe, dass das Wetter morgen für die letzte Tour im Siegtal zumindest nicht schlechter ist als heute.

Am Freitag, 22.06.18 mache ich mich zur letzten Wanderung auf dem Natursteig Sieg auf. Etappe 8 – einen Teil davon – habe ich mir vorgenommen, denn hier soll der Pfadanteil hoch und die Umgebung besonders hübsch sein. Ich will von Rosbach bis Au gehen, netto etwa 8,1 km. Mit Zuwegen, Irrungen und dem Abstecher für eine Hängemattenpause kommen laut Garmin 13km zustande. Das Wetter ist wie am Vortag, herbstlich, stürmisch, dunkelgrau, und mit der ständigen Drohung, dass es gleich regnen könnte (einmal tut es das auch, aber nur wenig und kurz).

Es geht auf und ab, der Wegeuntergrund wechselt, so dass von Asphalt bis

zu sehr schmalen, zugewucherten Pfaden alles dabei ist.

Die Etappe ist tatsächlich hübsch und hat ganz sicher ihre Momente, aber ich würde sie nicht in Gänze „wunderwunderschön“ nennen, wie eine bloggende Wanderin vor ein paar Jahren. Aber ich finde einen idealen Hängeplatz unter jungen Buchen mit einem schönen Blick in ein kleines, abgelegenes Tal ohne Weg und genieße den Wald.

Irritierend finde ich am Etappenende in Au, dass der ausgeschilderte Zuweg zum Bahnhof, den man schon in etwa 200m auf der anderen Seite der Gleise sehen kann, erst einmal davon wieder wegführt. Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich, nach meinem Navi zu gehen, und bin vermutlich damit auch schneller. Dieser Weg geht allerdings durch eine Unterführung unter den Gleisen mit einem sehr schmalen Fußweg von knapp 1m Breite – den Wegeausschilderern war das wahrscheinlich zu gefährlich.

Zwischendurch meldet sich leider auch wieder der linke Problemfuß, zwar mit derselben Art Schmerz, nun aber an der anderer Stelle. Naja, morgen ist Anreisetag in die sächsische Schweiz, und für übermorgen ist die Wetterprognose lausig (also z.B. gut für die Besichtigung der großen Festung Königstein) – beides keine großen Strapazen für die Füße.

Fazit zur letzten Woche: Auch wenn ich nach meinem Geschmack etwas zu oft in der Nähe von Orten oder in Hörweite großer Straßen gewandert bin, gefällt mir die hügelige Landschaft entlang des Weges und des Flusses gut. Auf jeden Fall hat sich die gute Verkehrsverbindung wie gehofft als großer Vorteil erwiesen, so dass ich hier tatsächlich immer gut überall hingekommen bin. Der Weg hat so gesehen den bestmöglichen Kompromiss zwischen Natureinsamkeit und guter Infrastruktur geboten.