Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

15. -17.05.18

Am Dienstag, 15.05.18 fahre ich von Bad Krozingen nach Kirn; nicht ganz ohne Hindernisse, denn wegen „Störungen im Betriebsablauf“ verzögert sich ab Mannheim alles um rund eine Stunde. In Kirn angekommen, steuere ich mein Hotel an (was ich dabei von der Stadt sehe, sieht recht mittelmäßig aus) und kaufe für das Abendessen ein. Das Wetter zeigt sich von seiner indifferenten Seite, nicht gut, nicht schlecht – aber für so einen Reisetag ist das vollkommen egal.

Am Mittwoch, 16.05.18 gehe ich meine 1. Etappe auf dem Soonwaldsteig bis zur Reinhardtsmühle. Ich merke dem Weg sofort an, dass er seine Qualitätsmerkmale erfüllt: Die Landschaft ist abwechslungsreich, der Wegeuntergrund stimmt und die Markierung ist lückenlos.

Es geht meist durch schönen Laub- und Mischwald, und auch durch bunt blühende Wiesen: blau vom Günsel, rot vom Klee, weiß von Gänseblümchen, gelb von Butterblumen (Hahnenfuß).

Der Weg hat aber auch an einigen Stellen durchaus so seine Anforderungen, vor allem, bei dem heute wieder geschulterten vollen Gepäck. Schon am Anfang ahne ich, dass ein Stock zur Unterstützung ganz gut wäre, und so entrinde ich einen gefundenen Buchenstock und hoffe, dass er im Innern nicht schon zu verpilzt und morsch ist.

Spätestens an dieser Stelle…

…bin ich froh, ihn dabei zu haben.

Als Auftakt hat mich diese Etappe nicht enttäuscht, so dass ich mich freue, für einen weiteren Tag direkt hier in der Gegend zu wandern.

Ich hatte mich bereits entschlossen, noch einem Tag in der Reinhardtsmühle zu bleiben und von dort aus eine besonders gelobte Tagestour zu gehen, nämlich die Traumschleife Hahnenbachtaltour.

Und das tue ich dann auch heute, Donnerstag, 17.05.18.

Es war nicht zu viel versprochen: Tatsächlich ist die Wanderung eine meiner schönsten, die von allem etwas bietet: Aussichten, schönen Wald und Talwiesen entlang des Hahnenbachs, eine imposante Burgruine, die Rekonstruktion eines Keltendorfes, das hier in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten besiedelt war (und leider geschlossen war, als ich vorbeikam), viele lehrreiche Informationen über das Wasser und Historisches zum Bergbau und nicht zuletzt besonders schöne Pausenplätze. Hier ein paar Eindrücke:

Der Hahnenbach
Burgruine Schmidtburg

Die Tour war mit ca. 10km, etwa 600 Höhenmetern und mit nur leichtem Gepäck gut machbar, erst recht bei dem heute idealen Wanderwetter ohne Hitze und auch -anders als gestern – ohne Regen.

Auch dies sind Bewohner des Hahnenbachtals. Es müssen so um die 20 Kühe, teilweise mit ihren Kälbchen, gewesen sein; aber seltsamerweise war nichts, wirklich gar nichts, von ihnen zu hören.

Ich treffe erst recht spät wieder im Hotel ein, wo mich die Wanderalltagsroutine einfängt: Wäsche waschen (heute auch ein 2. Mal die reichlich mitgenommene Wanderhose), Blog schreiben, essen, telefonieren.

Morgen geht es dann weiter auf dem Soonwaldsteig bis Henau. Der Soonwaldsteig wirbt damit, dass er durch viel Waldeinsamkeit führt. Das ist schön, bedeutet aber auch, dass es keine große Auswahl an Unterkünften oder Einkaufsmöglichkeiten gibt. Bisher wirkt sich das noch nicht aus, morgen steuere ich eine Privatunterkunft an, und übermorgen kommt dann – endlich – eine Übernachtung in der Hängematte, wenn ich beim Treffen der Hängematten-Enthusiasten mitmache.