Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

28.07.18

Am Sonnabend, 28.07.2018 starte ich zu einer Tour, die ich vor Jahren schon mit Kai gegangen bin: Im tiefsten Nationalpark vom Gfällparkplatz eine Rundwanderung zum Gipfel des Rachel (mit 1.453m der zweithöchste Berg nach dem Großen Arber) über den Rachelsee, die Kapelle und nach dem Gipfel über das wieder geöffnete Waldschmidthaus. Die „Igelbusse“ und die Waldbahn funktionieren reibungslos für die Fahrten von Frauenau zum Startpunkt und zurück, und etliche weitere Wanderer nutzen sie (Wochenende!).

Ich gehe die Runde entgegen dem Uhrzeigersinn, dies hat zum einen den Vorteil, dass ich die fast 700 Höhenmeter im Aufstieg auf der wilderen, schöneren und längeren Strecke gehe und zum anderen gehen die meisten anderen Wanderer anders herum, so dass ich kaum jemanden vor mir oder auf den Fersen habe. Zunächst geht es recht flach auf schönem Pfad durch den Wald; das Wetter ist freundlich, das Gepäck leicht und ich genieße jeden Schritt.

Dann geht es links ab, in Richtung der Kapelle, und bald wird der Weg „beschwerlich“, wie es auf einem Hinweisschild heißt, und steiler. Ich bin schon wieder schweißnass, und ein Blick nach oben lässt befürchten, dass dazu noch Nässe vom Regen kommen könnte.

Rachelkapelle

Als ich in der Kapelle ankomme, tröpfelt es bereits, und rundherum hat sich der Himmel bezogen – zum Teil auch ziemlich dunkelgrau. Ich warte den Regen ab, und dann geht es allmählich in die Höhenlagen, die schon keinen geschlossenen Wald mehr haben.

Kurz vor dem Gipfel

Dabei beeile ich mich etwas, denn um mich herum sieht es überall regnerisch bis gewittrig aus, fast befinde ich mich auf einer (noch?) sonnigen Insel. Der Anstieg, die Hitze und die Eile lassen mich klatschnass schwitzen, und ich fülle immer wieder Wasser nach.

Gipfelkreuz in Sicht

Dann bin ich oben und genieße den Rundumblick; als ich mich wieder auf den Weg mache, kann ich eine sehr kleine Maus (das Körperchen so etwa 5-6 cm lang) beobachten, die wohl dort genau am Gipfel wohnt und sich eilig verstecken will. Ich mache einen Bogen um sie, damit sie nicht zu panisch wird und genieße die Gewissheit, dass die größte Anstrengung vorbei ist.

Oben angekommen

Umso mehr freue ich mich, dass das Waldschmidthaus wieder geöffnet ist; zwar nicht als Unterkunft, aber zum Einkehren. Ein junges Paar bewirtschaftet diese Hütte jetzt. Auch einen netten Hüttenhund gibt es. Ich frage die beiden jungen Wirte, ob sie meinen, dass es auch auf dem Rachel noch gewittern wird wie am Großen Arber, wo ich es wirklich sehen konnte. Der junge Mann gibt die Frage an den Hund weiter, der zu zittern anfängt, wenn sich ein Gewitter nähert-  aber der Hund bleibt ruhig und behält Recht: Es bleibt trocken, und das relativ nahe Gewitter zieht ab.

Rast im Waldschmidthaus

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese besonders hübsche Tour durch die für den Nationalpark so typische Umgebung nicht das letzte Mal gewandert bin.