Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

18.04.14 Çıralı

Freitag, 18.04.14
Die Pension in Kaş ist ok gewesen, aber eigentlich nichts allzu besonderes; ich überlege, ob ich innerhalb des Orts noch einmal umziehen soll, um dichter an einen Strand zu sein, entscheide mich dann aber dagegen und beschließe, nach Çıralı zu fahren. Es war ein Zwischenziel, das wir ursprünglich vom Kap Gelidonya über Adrasan zu Fuß erreichen wollten. Nun fahre ich stattdessen am späteren Vormittag mit dem Bus und hoffe, in Çıralı eine schöne Unterkunft zu finden, gebucht habe ich nichts; ein bisschen hoffe ich auch, dass es wärmer wird, damit ich vielleicht doch noch zelten kann. Was soll passieren – mit einer Erkältung kann mir keiner mehr drohen! Als der Bus mich auf der Küstenstraße am Zubringer zum Ort absetzt, ist es kurz vor 15:00 Uhr, und ich habe 7 km bis nach Çıralı. Leider versäume ich es, auf meinen Wandernavi nachzusehen – sonst hätte ich erkannt, dass es von dem kleinen, gewundenen Strässchen nicht weit bis zum lykischen Weg ist, der hier im Großen und Ganzen parallel dazu verläuft. So bleibe ich also auf der Straße, auf der aber zum Glück nicht allzu viel Verkehr herrscht, und tatsächlich: ein bisschen kann ich es genießen, es geht leicht bergab und ist einfach zu gehen.

Die Micro-SD-Karte in meinem Handy war kaputt gegangen, so dass die bisherigen Fotos verloren sind. Inzwischen habe ich aber das Handy umgestellt, so dass die neuen Bilder direkt auf dem Gerät abgelegt werden (eine gesonderte Kamera habe ich aus Gewichtsgründen nicht mitgenommen). Die Gegend, durch die ich nun komme, ist ganz anders als die Umgebung von Kaş: Hier ist es grün, und es gibt voll belaubte Eichen und Ahornbäume, dazwischen immer wieder lichten Kiefernwald und einzelne Wiesen.

Etwa 1 km bin ich gegangen, als ein Laster mit 3 Bauarbeitern neben mir hält, und ich lasse mich gern mitnehmen. Mit gutem Willen können wir uns sogar verständigen, einer der 3 war in ferner Vergangenheit eine Zeitlang in Deutschland, und ich krame in meinen lückenhaften Erinnerungen an den Türkischkurs vor 20 Jahren. Es ist lustig, und etwa 15 Minuten später setzen sie mich im Zentrum des Orts ab – das ist türkische Nettigkeit. Ich gehe die kleine Straße Richtung Norden und merke mir unterwegs 2 Hotels, die ich beim Vorbeigehen hübsch finde. Hier gibt es offenbar nur kleine Frühstückshotels und Pensionen, oft mit der Option, Holzbungalows zu mieten, alles umgeben von üppigen Gärten. Bevor ich zurück gehe, um mir eines der Hotels auszusuchen, kehre ich ein und trinke einen Salbeitee, der sehr gut tut und umgerechnet 35 Cent kostet.

Das Doğa Hotel hat einen riesigen Garten mit Zitrusplantage; überhaupt gibt es in Çıralı überall Zitronen- und Orangenbäume, die teilweise blühen (mit betörendem Duft), teilweise aber auch Früchte tragen. Das Gebäude des Hotels liegt bestimmt 200m weit von der Straße entfernt, und ich beziehe ein zwar nicht luxuriöses, aber nettes Zimmer; vor dem Fenster ist ein breiter Balkon, oben mit geschnitzter Abschlusskante, in den Bäumen singen Amseln und Meisen, darunter laufen Hühner und Enten. Im Garten gibt es überall verteilt die unterschiedlichsten Sitz- und Liegeecken, von der Hollywoodschaukel über Hängematten bis zu kleinen überdachten Sitzgruppen und Sitzsäcken. Hier kann ich bleiben und mir zum Erkältungskurieren keinen schöneren Ort wünschen.

 

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