Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

14. und 15.07.18

Am Sonnabend den 14. Juli 2018 kann ich es mir leisten, nicht allzu früh aufzustehen, denn ich habe mir wegen der unverändert hohen Temperaturen keine allzu lange Strecke vorgenommen und frühstücke erst einmal ausführlich.

Als ich danach meine Rechnung bezahlen möchte, präsentiert mir die junge Dame an der Rezeption eine Summe von 260 €. Ich stutze, frage nach, und tatsächlich war dies die Rechnung für eine falsche Zimmernummer. Nun möchte die junge Dame noch zwei Rechnungen aus dem Restaurant beglichen wissen, eine davon eine Weinrechnung, mit der ich nichts zu tun habe. Ich werde allmählich ärgerlich „Das da ist nicht meine Unterschrift“, ich weise auf den Weinbeleg, „das hier schon“, denn ich hatte noch ein Bierchen auf’s Zimmer buchen lassen. Tatsächlich sind die Unterschiede der Unterschriften offenkundig. Neben meinem Ärger, fühle ich auch einen Rechtfertigungsdrang, und präsentiere zusätzlich meine Quittungen aus dem Restaurant.
Innerhalb von 2 Minuten 2 Fehler zu meinen Lasten (es ging so um insgesamt 80€) – aber die Dame hält eine Entschuldigung nicht für erforderlich. Ich bezahle die korrigierte Rechnung und halte meinerseits ein Trinkgeld für nicht erforderlich, während die junge Dame den Weinbeleg sorgfältig zerreißt und in den Papierkorb wirft.
Fazit für den Leinsweiler Hof: Wundervolle Lage, tolles Hallenbad mit verbundenem Außenpool mit sagenhaftem Panorama, aaaaaber: überhöhte Preise im Restaurant, Zimmer im Nebengebäude nicht 4, sondern eher aufgerundetes 3*-Niveau und manche der Angestellten müssen noch etwas lernen über Höflichkeit und Kundenfreundlichkeit.
Dann breche ich auf und gehe auf teilweise aus dem letzten Jahr bekannten Pfaden nach Annweiler, durch waldiges Felsgebiet

vorbei an den 3 Burgruinen Scharfenberg, Anebos und Trifels.

Ich bin rechtzeitig dran, und so leiste ich mir noch eine Hängemattenpause mit anständigem Nachmittagsschlaf im Buchenwald, bevor ich 1,5 km später in Annweiler direkt am kleinen Kurpark auflaufe. Letztes Jahr gab es hier auf dem See noch einen gerade verwitweten und nun einsamen Schwan, siehe hier.

Dieses Mal sehe ich überhaupt keinen Schwan, sondern einen Graureiher, der sich an die Menschen hier ganz gut gewöhnt hat.

Dann schlendere ich durch die Altstadt bei immer noch großer Hitze und komme gegen 18:00 Uhr in meinem hübschen Hotel an, das direkt an dem Bach Queich liegt.

Am Sonntag, 15.07.18 verspricht es wieder mit über 30°C sehr warm zu werden; es sind aber ab mittags auch Gewitter angekündigt. Ich entscheide mich daher wieder für eine kurze Strecke; eigentlich wollte ich von Annweiler bis Ramberg oder Dernbach gehen, und die einzig vernünftige Abkürzung mit dem Bus bedeutet, dass ich bis Eußerthal fahre. Von dort geht es erst einmal eine ganze Weile stramm bergauf, am Anfang vorbei an einem Grundstück, von dem ich hoffe, dass der Zaun lückenlos ist – denn dahinter geifert ein großer Hund, der sich schier nicht beruhigen kann. Die Strecke ist im Übrigen unspektakulär und führt auf dem Pfälzer Weinsteig größtenteils auf Forstpisten durch den Misch- und Laubwald. Kurz vor Dernbach, meinem heutigen Ziel, versuche ich, eine Stelle für eine Hängemattensiesta zu finden; es bietet sich hier aber nicht an, es gibt zuviel Gestrüpp, und um mich herum überall zu großes Gefälle. Also nehme ich mit einer Bank vorlieb und lese in meinem spannenden E-Book; aber schon nach ein paar Minuten sagt mir ein Blick nach oben, dass ich besser zügig in den Ort gehen sollte – denn es wird dunkelgrau und seltsam windig. Am Ortseingang treffe ich quasi gleichzeitig mit dem Gewitter ein, und nutze erst einmal die erste Einkehrmöglichkeit, bevor ich zu meinem kleinen Hotel gehe – es ist ja erst 13:30 Uhr. Bei der Einkehr gehe ich gleich nach drinnen, darf mir aber keinen Tisch aussuchen, damit die noch draußen sitzenden Gäste bei einsetzendem Regen besser verteilt werden können. Ich beschließe, hier nicht lange zu bleiben und sage das der Servicefrau zu ihrer Beruhigung auch. Draußen grummelt es ein bisschen, ein paar Tropfen fallen, aber sonst passiert nicht viel. Bald breche ich auf und gehe zu meinem Hotel, das mit Personalausfällen zu kämpfen hat. In der folgenden Nacht geht es dann draußen doch noch zur Sache: Das nächste Gewitter tobt sich mit Blitz und Donner ordentlich aus, und es regnet. Auf einem Trekkingplatz hätte ich jetzt nicht sein wollen…