Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

07.-08.05.2018

7. Mai 2018
Hamburg -Weil am Rhein – Haltingen
Eines vorweg: Der Start zu meinem Wandersabbatical hat geklappt, aber er war recht holprig.

 In Hamburg auf dem Weg zum Flughafen gibt es einen massiven Stau mit Stillstand, der die Ankunft am Terminal 1 um mindestens 20 Minuten verzögert. Erst um 7:40 Uhr treffe ich am Check-in Schalter ein, der um 7:50 Uhr schließen soll, während Kai irgendwo das Auto parkt. Den Selbstbedienungs Check-In empfinde ich als Zumutung, ich quäle mich damit herum, bis sich endlich jemand – aber auch erst auf Nachfrage – erbarmt und mir hilft.
Es hat sich als Glücksfall erwiesen, den Rucksack nicht in einen Schwerlastmüllsack eingepackt zu haben, sondern in eine reguläre Hülle. So kann ich mir den Weg zum Sperrgepäckschalter ersparen und meinen Monster -Rucksack als normales Gepäck aufgeben. Die Waage bei der Gepäckaufgabe behauptet übrigens, dass der Rucksack nur 10,9 Kilo wiegt. Das allerdings erscheint mir sehr optimistisch…
Auch die Sicherheitskontrolle ist ein echter Zeitfresser: Ich muss beide Jacken ausziehen, habe nur noch ein T-Shirt an und werde genauestens sogar am Hosenbund untersucht. Selbst die Stiefel muss ich ausziehen und einzeln durch den Scanner laufen lassen. Auf Socken gehe ich an das Ende des Transportband und sammle alle meine sehr, sehr wichtigen Habseligkeiten wieder ein. Irgenwie kommt mir das Ganze ein bisschen hysterisch vor. Aber am Ende klappt doch noch alles, und die aufkommende Panik war zum Glück vergebens. Der Flug selbst ist unauffällig, und bereits um 9:55 Uhr landen wir in Basel. Meinen Rucksack finde ich relativ schnell auf dem Gepäckförderband und packe alles aufbruchgerecht ein, dann fahre ich mit drei verschiedenen öffentlichen Verkehrsmitteln – Bus, Straßenbahn und schließlich S-Bahn – nach Weil am Rhein Ost, meinem Start. An dieser Stelle hat sich die akribische Vorbereitung übrigens sehr gelohnt.

der unspektakuläre Start

Die Bedingungen sind, wie sie nicht besser sein könnten: Blauer Himmel mit ganz wenigen Wolken, warme 24 Grad und ein sehr lauer Sommerwind.

ahh…endlich wieder auf dem Weg

Der Weg aus Weil heraus führt schnell in Weinberge (rechts) und Kleingärten (links). Da ich bereits um 5 Uhr aufgestanden bin, mache ich bald auf einer Bank Rast und versuche, ein bisschen zu schlafen.
Heute habe ich es bis Haltingen mit nur 6 km nicht sehr weit und kann mir das locker leisten.

Am Nachmittag treffe ich ein und bin positiv überrascht von meinem Zimmer, das sogar eine richtig nette Terasse hat. Später gehe ich schön essen und schlafe wunderbar.

08. Mai 2018

Kleinkems ist mein heutiges Ziel gewesen. Bei der Strecke habe ich mich etwas verschätzt, es sind nicht nur die angenommenen 18km, sondern mehr als 21- und das bei knapp 30°C.

Mein Monsterrucksack – vollgestopfte 65 Liter

Es geht hauptsächlich auf Wirtschaftswegen durch die Weinberge, meist auf Asphalt, manchmal auf Schotter, gelegentlich auf Graswegen.

Blick zurück Richtung Basel
schöner Pausenplatz
Weinhänge, Felder und Obstplantagen = typische Landschaft

Gesichtete Tiere: Viele Ameisen, einige Greifvögel, die die gute Thermik ausnutzen, 1 Eidechse, 1 Kaninchen, viele (manchmal auch sehr viele) Insekten. Gehörte Tiere: viele singende Vögel und den ersten Kuckuck des Jahres.

Am Wegrand hat ein Mibringsel-Geschäft alles Mögliche „ausgestellt“

Auch wenn man dem Wiiwegli anmerkt, dass es kein zertifizierter Weg ist, gefällt es mir doch sehr. Nur die Infrastruktur in Form von Pausenbänken – vor allem solchen im Schatten – könnte besser verteilt werden. So bin ich ziemlich k.o. und auch etwas vergnatzt, als ich erst nach rund 7km auf den schattenlosen, glühheißen Wegen so eine ersehnte Bank endlich sehe. Aber nun kommt sie zu spät, und ich kehre in einem Sportlerheim gleich nebenan oberhalb von Fischingen ein. Von dort sind es dann noch rund 5 km, zum Glück fast nur bergab. Gegen 18 Uhr bin ich in Kleinkems und dusche in meinem hiesigen Hotel erst einmal alle Salzkrusten ab.

Inzwischen hat sich die bevor stehende Wetteränderung schon angekündigt, es hat sich bezogen, es fielen die ersten Regentropfen, und in den nächsten Tagen wird es deutlich kühler und leider auch nasser werden. Schau´n wer mal….