Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

28. und 29.06.18

Am Do., 28.06.18 mache ich mich auf, um gleich 2 lokale Sehenswürdigkeiten anzusteuern: Den Kuhstall, und den Lichtenhainer Wasserfall. Dazu fahre ich nach Lichtenhain und möchte in einem großen Bogen nach Osten über Ottendorf  und später auf dem Malerweg wandern.

  1.  

Der Kuhstall ist ein imposantes Felstor; zu seinem Namen führt Wikipedia aus: „Der Name Kuhstall wird auf zwei mögliche Ursachen zurückgeführt. Zum einen versteckte die Bevölkerung der umliegenden Orte während des Dreißigjährigen Kriegsin dem sehr breiten Felsentor ihr Vieh vor marodierenden schwedischen Soldaten. Zum anderen wird vermutet, dass bereits die Bewohner der mittelalterlichen Burg, die zum Schluss zu einem Raubritternest verkommen war, dort das Vieh unterbrachten, das sie bei ihren Raubzügen erbeuteten.“

Nachdem mich der Bus bis Lichtenhain gebracht hat, finde ich auch ohne Track schnell den richtigen Weg und marschiere los. Ich bin schon auf der Freifläche nicht weit von Ottendorf, als sich der Himmel dunkelgrau bedeckt. Es ist auch ein kurzes, drohendes Grummeln zu hören. Ich beschließe, die Tour abzukürzen, gehe zurück, und steuere den Kuhstall direkter an. Dabei nutze ich die „Alte Straße“, die aber zumindest an dieser Stelle eine häßliche Schotterpiste ist, die stramm bergauf führt und auch gerade von einem großen, zum Greifen und Transportieren gefällter Baumstämme spezialisierten Trecker  befahren wird. Wenn ich dazu die Dieselabgase und die tiefen, zerfurchten Fahrspuren im Wald mitten im Nationalpark betrachte, fällt es mir mitunter schwer, das strikte Wegegebot für harmlose Wanderer damit in Einklang zu bringen. Ich bin jedenfalls froh, endlich den Motorenlärm hinter mir zu lassen und erreiche im tröpfelnden Regen den Kuhstall:

Ich kehre dort kurz ein, und gehe dann den Malerweg abwärts zum Lichtenhainer Wasserfall, der ganz in der Nähe im Kirnitzschtal ist:

Beide Sehenswürdigkeiten sind tatsächlich sehenswert; ich freue mich aber auch auf das nächste kleine Highlight, nämlich die Fahrt mit der Straßenbahn zurück nach Bad Schandau, die ich auch wegen ihres herrlich altmodischen Charmes sehr genieße. Die Linie gibt es schon seit 120 Jahren, und sie wurde für die damaligen Touristen eingerichtet. Schön ist es, den munteren Bach ständig in Sichtweite zu haben, umsäumt von blühendem Mädesüß, Waldgeißbart und Fingerhut.

Am Fr., 29.06.18 soll es heiß werden, und ich suche mir eine Tour aus, die möglichst viel im schattigen Wald verläuft. Dazu fahre ich wieder mit der Straßenbahn

im Kirnitzschtal bis zum Beuthenfall

Beuthenbach

und will über Lichtenhain nach Sebnitz wandern. Tatsächlich ist und bleibt das Wetter den ganzen Tag sonnig, etwas windig und hochsommerlich warm. Auch dieses Mal habe ich für meine nach Karte selbst gestrickte Route keinen Track, komme aber gut zurecht, solange sich Papier- und elektronische Karte einig sind. Es geht eine ganze Weile im Wald („Keilholz“, nicht im Nationalpark) auf mittelschönen Forstpisten, die ich aber für mich allein habe, aufwärts.

Waldboden mit Gras wie ungekämmtes grünes Haar

Als ich die Zeit bis zum Busbahnhof in Sebnitz absehen kann, kommt das Highlight des Tages, denn ich suche mir ein vom Weg weit genug abgelegenes Fleckchen, baue die Hängematte auf und halte satte 60 Minuten Siesta im herrlichen Tiefschlaf mitten im Wald.