Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

Wieder Vorfreude auf den Lykischen Weg II

Ursprünglich hatte ich vor, den Weg dieses Mal an seinem eigentlichen Anfang zu beginnen, also in Ölü Deniz. Es war aber seltsamerweise enorm schwierig, einen passenden Flug nach Dalaman zu finden, auch war die Etappenplanung nicht ganz einfach; und irgendetwas hat mich immer gestört: Entweder endlos lange Aufstiege (gleich am Anfang), für mich wegen Höhenangst schwierige Abschnitte, die ich nur auf Asphaltsträßchen hätte umgehen können (hinter Alinca) oder schwierige Unterkunftssuchen. Ich habe mich daher entschlossen, wieder von Antalya aus zu starten, dieses Mal allerdings in Kalkan mit dem Wandern zu beginnen. Die Planung sieht bisher wie folgt aus:

  1. Tag Anreise, im Morgengrauen ab Hamburg (05:55) Flug nach Antalya (3,5 Stunden), dort vom Flughafen mit dem Bus zum Otogar (1 Stunde), und mit dem Überlandbus noch am selben Tag bis Kalkan (4,5 Stunden). Übernachtung dort. Damit ich nicht nach einer solchen langen, strapaziösen Anreise gleich am nächsten Tag mit dem Wandern anfange, folgt am
  2. Tag: erst einmal Entspannung in Kalkan zum Auftakt, Übernachtung danach also wieder in Kalkan.
  3. Tag: Von Kalkan – bzw. von dort, wo etwas außerhalb des Ortes die Küstenstraße D400 den lykischen Weg kreuzt – wandern nach Gelemiş / Patara. Dort möchte ich mir die Ruinen der antiken Stadt noch ansehen, außerdem natürlich den längsten Sandstrand der Türkei (einschließlich Dünenlandschaft). Übernachtung in Gelemiş.
  4. Tag: Der lykische Weg beschreibt zwischen Kalkan und Gelemiş eine Rundtour, ich kann also am nächsten Tag auf anderem Weg von Gelemiş / Patara in Richtung Kalkan entlang der Küste zurück gehen; die angekündigte schwierige Klippenkraxelei am Ende umgehe ich natürlich und werde einfach wieder stattdessen zur Straße zurückwandern, das letzte kurze Stück ab Delikkemer ist dann identisch mit dem Weg vom Vortag. Übernachtung wieder in Kalkan.
  5. Tag: Nach 2 Tagen Wandern auf ganz unbekannter Strecke fahre ich dann wieder nach Karaöz (das wird etwa 3 Stunden dauern), und werde mir bereits nach etwa 1 Stunde Wandern in der Korsan Köyü / Melanippe ein nettes Plätzchen zum Zelten suchen. Der Rest des Tages soll dann eher entspannt sein. Wie ich aus dem letzten Jahr weiß, gibt es fließendes Wasser und sogar irgendwo eine Duschkabine, außerdem ist die Bucht sehr hübsch. Da ich nicht am Wochenende dort ankomme, ist es vielleicht auch nicht zu voll.
  6. Tag: Dies wird wieder anstrengend, denn ich möchte nicht nur bis zum Leuchtturm am Cap Gelidonya (etwa 1,5 Stunden) wandern, sondern weiter bis zur ehemaligen Kamelfarm etwa 3 km vor Adrasan. Die Strecke war ja ein harter Brocken im letzten Jahr, und dieses Mal kommen noch die Höhenmeter bis zum Leuchtturm hinzu. Aber immerhin habe ich nicht vor, noch bis in den Ort hinein zu gehen (erspart etwa 3 einfache km), sondern auf der riesigen ebenen Wiese möchte ich noch einmal zelten. Auch hier gab es ja fließendes Wasser.
  7. Tag: Nach 2 aufeinander folgenden Zeltnächten ist ein Ruhe- und Waschtag in Adrasan dran. Der Ort ist schnell von der ehemaligen Kamelfarm aus zu erreichen, ich kann mir also morgens Zeit lassen.
  8. Tag: Im letzten Jahr war ich vor der Strecke von Adrasan nach Çıralı zurückgeschreckt, dieses Mal werde ich sie gehen – aber aufteilen auf 2 Etappen und nach Teil 1 und rund 800 Höhenmetern oben auf dem Gipfelplateau des Bergs, den man überqueren muss (Musadağı) noch einmal im Zelt übernachten. Hoffentlich ist es dort oben nicht so windig wie am Cap Gelidonya.
  9. Tag: Die zweite Etappe nach Çıralı führt fast vollständig abwärts, ist aber stellenweise steil und nicht einfach zu gehen. Am Schluss werde ich wieder durch Olympos kommen, und dann dort oder – wahrscheinlicher – in Çıralı übernachten.

In Çıralı endet der Wanderteil meines Urlaubs. Von dort will ich wieder mit verschiedenen Bussen / Taxen in ein Verwöhn- und Erholungshotel fahren, danach kommen noch ein paar bewegungsarme Genießertage. Was für Aussichten…!