Ich reis(s)e aus

…und bin draußen

3 Tage in Bad Driburg

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Nach den letzten Touren im Oktober 2018 folgt eine schwierige, anstrengende Zeit.Zuerst stirbt Kai’s Mutter Ende Oktober. Zugleich erhält meine eigene Mutter die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ihr Befinden verschlechtert sich rapide, und Ende Dezember muss der Pflegedienst 3 bis 4 Mal am Tag kommen, zusätzlich zur ambulanten Palliativversorgung. Die Pflegebedürftigkeit alt gewordener Eltern hat immense Auswirkungen auf das eigene Leben, erst recht nach einem erst kurz zurück liegenden Todesfall. So bin ich sehr dankbar, dass es meinem Bruder gelingt, einen Platz im Hospiz im Januar 2019 für unsere Mutter zu erhalten. Das befreit auf einen Schlag nicht nur von der Verantwortung für Zustand und Pflege, sondern auch von dem ganzen Organisations-Overhead und dem oft nervtötenden Schriftverkehr mit Krankenkasse, Pflegedienst, Lieferanten von Hilfsmitteln usw.  All das ist aber ein eigenes Thema, und ich finde, es gehört nicht unbedingt in einen Wanderblog. Die Verbindung besteht höchstens darin, dass mir das Wandern (…und ausreißen…) einen perfekten Tapeten- und Gedankenwechsel als Ablenkung oder sogar Perspektivwechsel bietet. So muss ich mir einfach zwischendurch eine kurze Auszeit von 3 Tagen nehmen, und für den Fall der Fälle wähle ich ein  Ziel, das nicht zu weit entfernt ist und von dem ich relativ schnell zurückkommen kann: Bad Driburg in der Nähe von Paderborn.

Ich mache mich am Montag, 13.05.19 auf den Weg und bin bereits am Mittag nach unspektakulärer Fahrt am Zielbahnhof in Altenbeken. Von dort will ich gleich im Rahmen einer ersten Wanderung nach Bad Driburg gehen. Das Wetter ist ganz auf meiner Seite, es ist ein schöner, nicht zu warmer Maientag.

Der Weg – in der ersten Hälfte der Hölderlinweg, danach einfach nach (online-)Karte – ist weder sehr lang noch sehr schwer, und so komme ich rechtzeitig genug nach Bad Driburg, um noch etwas einzukaufen, bevor ich meine Unterkunft erreiche. Ich hatte mich für eine kleine Ferienwohnung am östlichen Ortsrand entschieden, und ich bin tatsächlich von der Ausstattung und vor allem der herrlichen Ruhe sehr angetan.

Am nächsten Tag bei immer noch sehr schönem Wetter möchte ich mir den gräflichen Park in Bad Driburg ansehen, um danach auf dem Sachsenring rund um das Städtchen  weiter zu wandern.

Dazu hätte ich den Park – der übrigens nicht zu knapp Eintritt kostet – am nördlichen Ende verlassen wollen. Dies funktioniert aber nicht, der nördliche Zugang ist verschlossen, und ich hätte über das Tor klettern müssen. Das ist mir zu blöd, also kehre ich um und folge Plan B: Ich wandere nach Alhausen, und kehre auf anderem Weg  – teilweise auf dem Kaleidoskopweg – zurück. Schön ist ein Päuschen auf einer Liege am Wegrand, bei dem ich sogar sanft eindöse.

Dann folgt schon die letzte Wanderung am Mittwoch, 15.05.19. Das Wetter hat etwas umgeschlagen, es ist sehr windig geworden, meist bedeckt, und kälter. Ich folge teilweise dem Sachsenring und dem Kaleidoskopweg zunächst durch das Arboretum, dann auf dem Hügelrücken bis an das südliche Ortsende und weiter bis Siebenstern. Nach einer Einkehrung, die erkennbar ungelegen kommt, obwohl das Gasthaus geöffnet hat, kehre ich auf anderem Weg zurück.

Am Donnerstag, 16.05.19 fahre ich bereits nach Hamburg zurück, und mache sogleich einen Besuch im Hospiz. Trotz der Kürze der Zeit und trotz der ständig präsenten Überschattung hat sich der Trip gelohnt und ich bin froh, dass ich ihn unternommen habe.

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